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Dresdner Studentenklubs 2002

Avatar of AndyWe AndyWe - 12.03.2002 - Der Güntzclub, Offen

Dresden und »seine« Studentenklubs

von Dörte Grabbert

Dresdner UniversitätsJournal
13. Jahrgang • Nr. 5, 12. März 2002

Das Studentenwerk Dresden ist stolz auf »seine« 21 Studentenklubs – hier der »Club 11«. Dazu zählen 17 Klubs in Dresden, einer in Tharandt und zwei in Görlitz und Zittau. Doch die Einrichtungen haben schwer zu kämpfen. Umzüge, Sanierungen, weniger Gäste und schwindende Mitgliederzahlen sorgen für stetige Spannung in der Szene.

Dresden – »Hauptstadt der Studentenklubs«

Mit viel Engagement, Idealismus und tollen Ideen bieten die Dresdner Studentenklubs seit eh und je eine breite Veranstaltungspalette mit günstigen Eintritts- und Getränkepreisen.

Partys, Kleinkunst, Konzerte, gastronomische Spezialitäten, Bier- und Spielabende – das alles gehört zum Flair der Klubs. Aber die Konkurrenz schläft nicht. »Es wird durch die vielen Kneipen immer ein Kampf da sein, da die sich auch alles mögliche einfallen lassen, um Studenten an sich zu binden«, schildert die Leiterin des Ressorts Kultur im Studentenwerk Dresden, Hannelore Webel, das Problem. »Ich hoffe aber, dass die Klubs sich durch die niedrigen Mieten und Preise weiterhin aufrechterhalten können«, wünscht sich Hannelore Webel.

Seit der Wende werden die Studentenwohnheime nach und nach saniert. Einige Klubs mussten die Räumlichkeiten wechseln oder sogar den Standort. Nach dem Gutzkowclub, Güntzclub, Kellerklub, Club Mensa, Novitatis, Club Aquarium und Club 11 sind demnächst die Klubs Wu 1, Wu 5 und Dürerstraße an der Reihe. Die gesamten Wohnheime auf der Wundtstraße werden in den nächsten drei bis fünf Jahren saniert.
Der Club 11 ist bereits im September vergangenen Jahres von der Wundtstraße 11 in die ehemaligen Räume vom »Alma Mater« umgesiedelt, da nach der Sanierung nur noch zwei Studentenklubs auf der »Wu« vorgesehen sind. Die Mitglieder hatten im Oktober noch große Sorgen, ob der neue Standort von den Gästen angenommen wird, schließlich hat der »AlmaMater« auch aufgrund mangelnder Besucherzahlen seinen Betrieb aufgeben müssen. Doch zum Ende des Semesters zeichnet sich ein hoffnungsvolles Bild. »Wir sind sehr zufrieden. Die Gäste nehmen uns gut an«, zieht Vorstandsmitglied Mathias Stötzer das Resümee. Das führt er auf die bessere Lage zurück. Die Konkurrenz auf der Hochschulstraße ist nicht so groß.

Ähnlich positiv sieht der Club Aquarium seine Situation. Im März vorigen Jahres wurde der Studentenklub auf der St. Petersburger Straße 21 eröffnet. Ehemals im obersten Geschoss des Hauses angesiedelt, wurde dem Verein nach der Sanierung nur noch das Kellergeschoss angeboten. Das scheint die Gäste nicht weiter zu stören. Das lässt sich auch darauf zurückführen, dass der Club Aquarium neben den gängigen Bierabenden diverse Konzerte und Kleinkunstveranstaltungen anbietet. Ein weiterer Grund für die guten Umsätze ist sicherlich auch, wie Klubmitglied Johannes Fischer bemerkt, »das Laufpublikum aus dem UFA-Palast«.

Nach dreijähriger Pause bekamen die Wohnheime der Fritz-Löffler-Straße 12-14 mit dem Club Novitatis im April vergangenen Jahres endlich wieder einen Studentenklub. Aus einer Fusion der ehemaligen Klubs »Club 10« und »M 14« ist der »Novitatis« entstanden, was sinnbildlich soviel heißt wie »Neue Bekanntschaften«. Die Mitglieder können ihren Klub mit Fug und Recht als etabliert betrachten.

Das Sorgenkind des Studentenwerks ist momentan der Güntz e.V. Nach dem Umzug im Oktober 1999 von der Güntzstraße 28 in die Räume des ehemaligen Studentenclubs »Hemmschuh« auf der Budapester Straße geht es für den Verein bergab. Der Güntz e.V. ist beim Studentenwerk hoch verschuldet und es wurde ihm die vorläufige Kündigung ausgesprochen. Bis zum 1. August hat der Klub Zeit, seine wirtschaftliche Lage zu verbessern. »Ich habe die Hoffnung, dass der Verein sich in dem halben Jahr befleißigt und wir die Kündigung zurücknehmen können«, schildert Hannelore Webel vom Studentenwerk die Lage. Das Problem ist nicht nur die schlechte Verkehrsanbindung, auch die in Schwarz und Rot gehaltene Einrichtung bereitet dem Klub Schwierigkeiten. »Leute kommen rein, drehen eine Runde und gehen wieder«, beschreibt Klubmitglied Dirk Wirzbicki die Misere. Deshalb hat der Verein beim Studentenwerk sein Interesse an den Einrichtungsgegenständen des ehemaligen »Alma Mater« angemeldet, welche derzeit im Tusculum lagern. Mit Hilfe einer freundlicheren Atmosphäre erhoffen sie sich mehr Gäste. Aber der Güntz e.V. lässt sich durch die vorläufige Kündigung nicht entmutigen. »Früher oder später geht es zwar dem Ende entgegen, aber so schnell geben wir nicht auf«, schließt Dirk Wirzbicki aus der Lage.

Gedanken um die Zukunft müssen sich auch die Mitglieder des Club Dürerstraße machen, da die Fakultät Informatik am jetzigen Standort ihre Pforten schließt. 2004 steht der Umzug auf die Nöthnitzer Straße auf dem Plan. Dem Klub werden von der Fakultät zwei Räume zur Verfügung gestellt. Der Ausbau muss allerdings selber bezahlt werden. Der Verein hat bereits einen Antrag auf Unterstützung beim Studentenwerk gestellt. »Wir werden ihnen sicherlich irgendwie helfen, auch wenn wir nicht die ganze Finanzierung übernehmen können«, meint dazu Hannelore Webel. »Wir versuchen auch Sponsoren zu gewinnen«, zeigt Schatzmeister des Klubs Torsten Fehre weitere Wege auf. Inwiefern der Club Dürerstraße sein Veranstaltungsprofil erhalten kann, ist noch ungewiss. Der Umzug hat erst einmal Priorität.

Bei der 3. Dresdner Nachtwanderung im Rahmen der 11. Dresdner Studententage am siebten Mai dieses Jahres sind auf jeden Fall wieder alle Klubs mit von der Partie.
Fotos: UJ/Geise

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