Was ist los?

Und was war los?

Nach und nach kommen hier die Stories der alten Güntzseite rein (Konzerte, Feste, paar Videos ...) und auch gaanz alte und natürlich aktuelle Sachen. Güntzlinge sollten hier eingeloggt surfen, sonst verpassen sie Einiges!

Gerhard Polt & Biermösl Blosn

Avatar of AndyWe AndyWe - 15.04.1999 - Der Güntzclub, Güntz live

Güntz-Kabarett und -Konzert im Trefftz-Bau

Durch unser engagiertes, bayrisches Clubmitglied Stefan „Loisl” Botzky gelang es uns, das Urgestein bayrischen Kabaretts Gerhard Polt samt seiner Freunde, den Vollblutmusikanten der Biermösl Blosn, nach Dresden zu holen. Im Rahmen der Studententage war es das (natürlich ausverkaufte) Highlight, eine weißbierlastige Nachfete inklusive. Auch wenn wir wohl bei der Biermarke nicht ganz den Geschmack der Gäste trafen - es wurde gnädig toleriert ;-)

Im Folgenden ein paar Bilder vom Konzert und darunter etwas Presseecho. Bilder von der Nachfete verkneifen wir uns wie immer diskret.

Presseecho

Dresdner Neueste Nachrichten

Dresdner Neueste Nachrichten vom 19.04.1999 - von W. Zimmermann

Biermösel Blosn und Gerhard Polt
„Welcome to Bavaria"

Natürlich ist in „Bavaria never raining“. Was ein echter Bayer ist, der hat sein schönes Wetter auf Wunsch. Und dankt's am End dem „liaben, guaten Herrgott“. Denn der ist überall zu Haus im schönen Bayernland. Auch in Bad Hausen, jenem lauschigen Ort, der seine Zukunft im Massentourismus sieht.
Schließlich hat Bad Hausen ja auch eine eindrucksvolle Historie aufzuweisen, wie der Herr Bürgermeister in seiner kurzen, zehnminütigen Ansprache versichern kann. Außerdem hatten schon sehr bedeutende Persönlichkeiten im Laufe der Zeit dem Ort ihre Referenz erwiesen. So z. B. Hermann Göring im Jahre 1923, der dort sogar Mitglied des Elferrates gewesen sein soll. Und was für die touristische Erschließung ein nicht unerheblicher Standortvorteil wäre: das nächste Asylantenwohnheim ist mindestens 56 Kilometer von Bad Hausen entfernt. „Wie reimt sich das z'samm?“ fragen die Brüder Hans, Stoffel (Christoph) und Michael Well verwundert und ermuntern den urbayrischen Kabarettisten Gerhard Polt nun erst recht dazu, die Sau von der Leine zulassen.

Die Zusammenreimbegriffe übrigens versprühen eine Menge Lokalkolorit. Etwa von der Art: Las Vegas, Bad Qeyenhausen und Mobschatz – „wie reimt sich das z'samm?“ Natürlich ist in „Mobschatz nix los“, war ja auch nicht anders zu erwarten. Doch das ist nur der Anfang - die Waldschlößchenbrücke, die gläserne VW-Fabrik, die umstrittene A 17 fehlen nicht im Programm und beweisen, daß die Burschen sich gut vorinformiert haben. Und wenn Polt dann als Kameradschaftsführer seine markige Rede redet und mit einem Ausflug in die Minderheitentheorie nach bayrischem Vorbild an die Opfer von 1705 (ein Grenzkonflikt zwischen Bayern und Österreichern) erinnert - spätestens dann merkt auch der letzte, daß dort vorn ein genialer Kabarettist in Kooperation mit drei exzellenten Musikern sein Unwesen treibt.

Zum hemmungslosen Vergnügen des Publikums im völlig ausverkauften großen Physikhörsaal der TU Dresden. Im Rahmen der Satiretage, die wiederum Bestandteil der 8. Dresdner Studententage sind, war es den Organisatoren gelungen, das vierköpfige Humorunternehmen nach Dresden zu verpflichten. Erst zum zweiten Mal in ihrer 2Ojährigen Existenz kamen die launig-bitterbösen Bayern in die sächsische Residenz - der erste Termin lag noch vor der Zeitenwende.

Es wurde nachgerade Zeit, daß sie hier mal wieder vorbeischauen. Mit aktuellem Spott im Gepäck und dem unverwüstlichen Polt an der Seite räumten sie an diesem Abend mächtig ab. Haben sich mit Kardinal Ratzinger auf ein humoriges Feindbild eingeschossen. Edmund Stoiber und der Papst werden nicht geschont. Die drei „G'stanzeln“ was das Zeug hält und haben nicht den geringsten Respekt vor den Regierenden in Bavaria. Und ganz nebenbei geben sie musikalische Brillanz zum Besten, die sich in jedem Konzertsaal sehen lassen kann.

Gerhard Polts verquerer Geschichtsunterricht und seine Abenteuerreise zu den Aborigines und den „Men-Eaters" unter dem Motto „Essen wie vor 10 000 Jahren“ gehören m.E. zu den besten Texten des deutschsprachigen Kabaretts der letzten Zeit. Fünfmal klatschte das Publikum Zugaben heraus - eine davon war eine Alpen-Jazznummer, geblasen auf drei Alphörnern.

Manchmal - aber wirklich nur manchmal - da blieb ein Stück Lachen im Halse stecken. Da waren die vier noch dichter als dicht an der Wahrheit dran. Und die Methode, Vorurteile anhand des immer wieder bemühten Vokabulars ad absurdum zu führen, hat sich auch hier wieder als die bessere erwiesen. Da erkannte mancher dann schon den einen oder anderen Nachbarn wieder. Sich selbst allerdings nicht.


Presseecho

Kommentare sind nur eingeloggten Benutzern erlaubt.

0 Kommentare